Die Geschichte des Motorrads

Die Anfänge der Geschichte des Motorrads sind eng mit der Geschichte des Fahrrads verbunden. So waren deshalb die ersten Motorräder nichts anderes als Fahrräder mit Motor, hergestellt von Firmen, die als Hauptgeschäft Fahrräder herstellten. Der erste Vorgänger des Motorrads erschien im Jahre 1869 und wurde von Pierre Michaux gebaut. Er kombinierte ein Fahrrad mit einer kleinen Dampfmaschine und fertigte so das erste Rad, das nicht länger auf Muskelkraft angewiesen war. Diese dampfbetriebenen Motorfahrräder waren dann auch für einige Zeit auf dem Markt erhältlich, es wurde aber kein kommerzieller Erfolg und sie setzten sich nie wirklich durch.

Der nächste wichtige Schritt in der Entwicklung des Motorrad war die Kombination eines Benzinmotors mit einem Fahrrad. Diese Entwicklung wurde im Jahre 1885 von Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach gemacht und wurde zu dieser Zeit noch nicht Motorrad, sondern Reitwagen genannt. Obwohl sich der Name über die Zeit noch ändern würde, war der Siegeszug des Motorrads nicht mehr aufzuhalten. Viele andere Tüftler nahmen diese Idee auf und bauten ihre eigenen benzingetriebenen Motorfahrräder. Es dauerte dann auch nicht lange bis die Firma Hildebrand & Wolfmüller im Jahre 1894 das erste serienmäßig hergestellte Motorrad auf den Markt brachte.

In den folgenden Jahren stiegen viele Hersteller in die Herstellung und den Verkauf von Motorrädern ein und die Motorräder wurden zu einem sehr beliebten Fortbewegungsmittel. Neben der Zivilbevölkerung interessierte sich aber auch das Militär für die neue Entwicklung und so wurden schon kurz nach der Erfindung des benzinbetriebenen Motorrads Exemplare davon auch für militärische Zwecke eingesetzt. Die Militärs waren unter anderem von der Flexibilität und Widerstandskraft aber auch von der Geländegängigkeit des Motorrades begeistert. Die Armeen vieler Staaten schafften in der Folge große Mengen an Motorrädern an. In der Folge kamen auch im Ersten und im Zweiten Weltkrieg Motorräder auf allen Seiten zum Einsatz.

Nach den großen Kriegen gewann das Motorrad vor allem bei der Zivilbevölkerung viele Anhänger. Für sie waren Autos zu dieser Zeit unerschwinglich, das Motorrad brachte ihnen jedoch die Vorzüge der motorisierten Fortbewegung zum bezahlbaren Preis. In Folge dessen erlebte die Motorradbranche in dieser Zeit einen großen Aufschwung und es wurden sehr große Mengen an Motorrädern abgesetzt. Der anschließend stattfindende wirtschaftliche Aufschwung ermöglichte dann aber einem Großteil der Bevölkerung die Anschaffung eines eigenen Autos und in der Folge ging die Nachfrage nach Motorrädern wieder zurück.

Doch auch dieser Rückgang in der Nachfrage vermochte das Motorrad nicht von der Straße zu verdrängen. Viele Leute, die sich einst ein Motorrad aus purer Notwendigkeit angeschafft hatten, waren nachhaltig von der motorisierten Fortbewegung auf zwei Rädern begeistert. So konnte sich das Motorrad in Europa und Amerika vor allem als Fahrzeug für die Freizeit etablieren und ist bis zum heutigen Tag sehr gefragt. In einigen Branchen, so zum Beispiel in der Landwirtschaft, hat sich aber auch die kommerzielle Nutzung erhalten.